Kinderkrankheiten sind kein „Kinderkram“

27. 03. 12
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Ärztegenossenschaft DOXS eG veranstaltet Impfwoche   

Masern europaweit wieder auf dem Vormarsch
•    Oft stecken Familienmitglieder Säuglinge und Kleinkinder an
•    Mit höherem Alter steigt die Zahl der Komplikationen bei Infektionskrankheiten

Kurz vor den Osterferien ruft der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zu besonderer Vorsicht bei Reisen nach Spanien, Frankreich und Großbritannien auf. Besonders in der Region um Alicante, im Gebiet Rhone-Alpes sowie in Wales und Nordwest-England wurden jeweils mehrere hundert Fälle von Masern gemeldet. Gleiches gilt für Kiew und Lwiw in der Ukraine, die im Juni gemeinsam mit Polen die Europameisterschaft im Fußball austrägt. „Masern verbreiten sich über die Luft und man ist hochansteckend, ehe man bei sich selbst Symptome bemerkt. Es besteht also die Gefahr, die Krankheit erneut nach Deutschland einzuschleppen“, erklären der Kasseler Internist Dr. Ingo Niemetz und der Baunataler Kinder- und Jugendarzt Gerhard Bleckmann. Gemeinsam leiten sie die Aktion „Impfen schützt – Schützen auch Sie!“ der Ärzte- und Psychotherapeutengenossenschaft DOXS eG.

Vom 23. bis 27. April rufen die niedergelassenen nordhessischen Mediziner besonders Erwachsene dazu auf, ihren Impfschutz aufzufrischen. Gleichzeitig machen sich die DOXS in den eigenen Reihen für mehr Aufmerksamkeit zum Thema stark: „Ein Blick in den Impfpass ist für den Arzt im Normalfall Routine“, sagt Bleckmann. Das gelte speziell für Haus- und Kinderärzte, die ihre Patienten meist über Jahre hinweg kennen, und ebenso für Gynäkologen. Sie sind für Frauen zwischen 14 und 44 Jahren der meist kontaktierte medizinische Ansprechpartner. Die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller, unterstützt Die DOXS-Initiative: „Jeder Arztbesuch sollte zur Kontrolle des Impfschutzes genutzt werden. Impfen ist der effektivste Schutz gegen Infektionskrankheiten.“

Seit 2007 sind Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, empfohlen werden, Regelleistungen der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Dazu gehören auch Auffrischungen, denn der durch Impfung oder Erkrankung aufgebaute Schutz hält nicht in allen Fällen lebenslang.
Besonderes Gewicht legen die DOXS in ihrer Impfwoche auf die MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln-Kombination) sowie die Impfung gegen Keuchhusten. Die sogenannten Kinderkrankheiten haben den Ruf, „kinderleicht“ überwunden zu werden. Doch weder für Erwachsene noch für Kinder ist das so.

Mit höherem Alter steigt die Zahl der Komplikationen bei Masern. Lungen-, Augen- oder Hirnentzündungen können die Folge sein. Keuchhusten verläuft zwar milder, manchmal sogar unbemerkt bei Erwachsenen. Allerdings sind sie es, die die Kleinsten stark gefährden. Oft stecken Familienmitglieder die Säuglinge an. Gegen Keuchhusten besitzen sie keinen von der Mutter übertragenen Nestschutz  und sie sind in den ersten Lebenswochen noch nicht geimpft. Atemstillstand, bleibende Schäden und im schlimmsten Fall der Tod sind mögliche Folgen. Masern gefährden die Kleinkinder ebenfalls. Eine gefürchtete Spätfolge ist SSPE (subakute sklerotisierende Panenzephalitis), eine Maserninfektion des Zentralen Nervensystems. Die Kinder zeigen Jahre nach der Ansteckung zunächst demenzielle Symptome, bauen körperlich vollkommen ab und sterben schließlich.

Immer wieder mahnt die UN-Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation) speziell in verschiedenen europäischen Ländern den verstärkten Einsatz gegen Infektionskrankheiten an. Sie hat das Ziel gesetzt, bis 2015 die Masern auszurotten. Dafür müsste eine Rate von 95 Prozent wirksam Geimpfter in der Gesamtbevölkerung erreicht werden. Doch in Deutschland liegt die Quote bei 90,2 Prozent, in Hessen bei 91,3 Prozent. Statt der 1068 Fälle von Masern im vergangenen Jahr, hätten es nur 85 sein dürfen, um Deutschland als masernfrei zu bezeichnen.

Ärzte- und Psychotherapeutengenossenschaft DOXS eG
In der DOXS eG haben sich rund 300 Ärzte aus 20 Fachrichtungen sowie Psychotherapeuten aus ganz Nordhessen zusammengeschlossen. Das Ziel: die wohnortnahe ambulante Gesundheitsversorgung durch freie Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten dauerhaft sicherzustellen. Die DOXS eG will die Versorgung der Patienten durch kurze Wege, reibungslosen Informationsfluss, vertrauensvolle Zusammenarbeit, regelmäßige Fortbildungen und abgestimmte Behandlungspfade verbessern.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Gundula Zeitz, PR-Beauftragte DOXS eG, Tel.: 0171-7068236, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder an Gerhard Bleckmann, Tel.: 0172-8282085, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Ingo Niemetz, Tel.: 0561 – 70 56 19 36, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!