DOXS eG lehnt Kodierrichtlinien ab

25. 11. 10
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Ärzte- und Psychotherapeutengenossenschaft fordert Überarbeitung der umstrittenen Diagnoseverschlüsselung

Kassel, 25.11.2010. Die Mitglieder der nordhessischen Ärzte- und Psychotherapeutengenossenschaft DOXS eG haben sich gegen die Einführung der neuen Diagnoseverschlüsselung ausgesprochen. „Wir fordern, dass die Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) nicht in der jetzigen Forum und nicht im geplanten Umfang eingeführt werden“, heißt es in einer Resolution, die die außerordentliche Generalversammlung der Genossenschaft einstimmig verabschiedet hat. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dürfe die Kodierrichtlinien nur dann herausgeben, wenn sie auch praxistauglich seien.

In ihrer jetzigen Form könnten die AKR die Morbidität der Patienten nicht besser abbilden als dieses unter Verwendung des ICD-10 möglich sei, heißt es in der Resolution. Die DOXS-Mitglieder kritisierten, dass die Ergebnisse eines gescheiterten Testlaufes in Bayern nicht veröffentlicht würden. „In Bayern hat sich gezeigt, dass die Kodierrichtlinien weder im Alltag der Haus- noch der Fachärzte praktikabel sind, sondern nur noch mehr Bürokratie verursachen“, sagt DOXS-Vorstand Dr. Stefan Pollmächer.  Die Praxen könnten den Aufwand von bis zu fünf Minuten Zeit pro Kodierung nicht leisten ist, ohne dass er auf Kosten der Patientenversorgung gehe. „Die Kodierrichtlinien umfassen 160 Seiten, allein für Diabetes gibt es 150 verschiedene Diagnosen“, kritisiert Dr. Pollmächer.

Die DOXS eG: 470 Mitglieder aus ganz Nordhessen
In der DOXS eG haben sich rund 470 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten aller Fachrichtungen aus ganz Nordhessen zusammengeschlossen. Erklärtes Ziel der 2007 gegründeten Genossenschaft: Die Standards der wohnortnahen ambulanten medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung der Patienten zu sichern und zu verbessern. Die DOXS eG will die neuen Versorgungsformen nutzen, die der Gesetzgeber seit dem Jahr 2000 im Sozialgesetzbuch V vorgesehen hat, fördert die fachübergreifende Kooperation von Ärzten untereinander und bietet über die DOXS-Akademie für ihre Mitglieder Fortbildungen sowie Qualitätsmanagementverfahren an. Überdies verfügt die Genossenschaft über ein Tochterunternehmen: Die DOXS-Medizintechnik GmbH.

Die neuen ambulanten Kodierrichtlinien sollen am 1. Januar 2011 bundesweit in Kraft treten. Das umstrittene 160-seitige Werk soll den niedergelassenen Haus- und Fachärzten bei der richtigen Diagnoseverschlüsselung helfen. Mit den neuen Richtlinien will die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Grundlage dafür schaffen, dass das Honorar der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nicht mehr an der Grundlohnsumme, sondern an der Morbidität orientiert ist.

Hinweis für Medienvertreter:
Für Nachfragen und Interviews steht Ihnen Dr. Stefan Pollmächer, Vorstandsmitglied der DOXS eG, gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die PR-Beauftragte der DOXS eG, Gundula Zeitz, Tel.: 0171 – 70 68 236, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!